Blog: So will ich nicht sein – oder doch? - Unsere wahre Kraft und Größe wieder erlauben

von Christine Warcup (Kommentare: 0)


In meinen Coachings erlebe ich in letzter Zeit eine große Bereitschaft der Menschen, voranzugehen, alte Blockaden und Ängste hinter sich zu lassen.

Und gleichzeitig nehme ich immer wieder Anteile in ihnen wahr, die anscheinend genau das verhindern wollen, die aber eigentlich nur endlich gesehen und wertgeschätzt werden wollen.

Ein Beispiel:

Ich stelle meine häufige Eingangsfrage: „Was kann ich für dich tun?“ und im selben Moment „klemmt“ es in meinem Solar Plexus. In dem Moment weiß ich, dass da eine alte Angst bei meiner Klientin, bzw. meinem Klienten sitzt.

Die Person bestätigt mir das und erzählt mir, dass sie dieses Gefühl kennt, wenn sie einen intuitiven Vortrag hält.

Während sie erzählt, bekomme ich ein Bild eines Anteils von ihr, der Zähne klappernd da steht und eine unglaubliche Angst davor hat, dass sie sich mit ihren unorthodoxen Ansichten in der Öffentlichkeit zeigt.

Dieser Anteil trägt Erinnerungen an bedrohliche Erfahrungen von Verfolgung und Vernichtung in sich und hat einfach Angst, dass sich diese Erfahrung wiederholt.

Mein Gegenüber meint unwirsch und leicht genervt: „Diesen Anteil kenn ich doch schon zur Genüge.“

Bestimmte Anteile wollen wir gern „weghaben“.

Meine Frage daraufhin lautete: „Und hast du ihn nicht immer ‚weghaben‘ wollen?“.

Sie schaut mich erstaunt an. Zögernd gibt sie zu: „Ja, das stimmt.“ Ich erkläre ihr, dass dieser Anteil sie schützen wollte, über so viele Jahre auch geschützt hat, dass er sich dabei ungeheuer angestrengt hat, und dass er nun einfach nur wahrgenommen, angenommen und vielleicht auch wertgeschätzt werden möchte.

Während ich ihr das sage und sie verständnisvoll nickt, „sehe“ ich, dass der Anteil sich entspannt, zu gähnen beginnt und sich in einen bequemen Sessel räkelt.

Und augenblicklich kann ich wieder fühlen, welche gespeicherten, eingefrorenen Gefühle aus den alten Erfahrungen sich in meinem Gegenüber  lösen möchten. Ich nehme sie immer klarer in meinem eigenen Energiesystem wahr, bis punktgenau passende Tonfrequenzen über meine Stimme diese lange unterdrückten Gefühle lösen, denn letztlich handelt es sich bei solchen Speicherungen nur um blockierte Energie, die wieder ins Fließen kommen möchte.

Ein zweites Beispiel:

In meinem letzten Workshop ging es um unsere tiefe Weisheit, die in vielen von uns sehr verschüttet ist. Sie ist in uns allen vorhanden, und sie ist auch mit unserer tiefen Kraft und unserer Größe verbunden.

Und diese Kraft und Größe waren für unsere Umgebung zu bedrohlich. Also haben bestimmte fürsorgliche Anteile in uns versucht, diese Kraft zu unterdrücken.

Einige Teilnehmerinnen erzählten mir erstaunt, dass sie diese fürsorglichen Anteile als Versagen, als Unfähigkeit empfunden hätten. Sie wussten nicht, dass es diese Anteile gibt und dass sie uns letztlich immer schützen wollten.

Hätten wir diese Kraft und unsere tiefe Weisheit gelebt, hätten wir sehr wahrscheinlich sehr viel mehr Schwierigkeiten auf unserem Weg gehabt, und wir hätten vielleicht nicht einmal überleben können. Man hätte uns  als Zumutung, als bedrohlich, als vorlaut, als unerträglich u.ä. empfunden.

Das haben wir gespürt, und unsere fürsorglichen Anteile haben dafür gesorgt, dass wir nicht zu auffällig werden und andere nicht zu sehr überfordern.

Unsere wahre Kraft befreien

Diese Anteile möchten nun gesehen werden, damit sie sich zur Ruhe setzen können und damit ihre große Kraft wieder für unsere Größe zur Verfügung steht. Mit dieser befreiten Kraft fällt es uns so viel leichter, unserer tiefen Weisheit und unserer Intuition wieder zu vertrauen.

Und damit können wir so viel leichter wirklich wir selbst sein, in unserer wundervollen Einzigartigkeit. Wir können unserer Intuition wieder so viel leichter vertrauen. Und somit hat unsere Weisheit wieder so viel leichter die Möglichkeit, uns zu führen – zu unserem Wohl und damit auch immer zum Wohle des Ganzen.

Ich wünsche uns allen einen liebevollen Blick auf unsere Anteile, insbesondere auf solche, die wir oft verurteilt haben und die uns so oft geschützt haben. Und ich wünsche uns  allen einen liebevollen, erlaubenden Blick auf unsere Kraft und Größe. Heute können wir sie sehr viel gefahrloser leben und andere damit ermutigen, es auch zu tun.

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